
Eure Kampagne wurde freigegeben. Würde sie auch jemand weitererzählen?
„Das ist genau die Richtung. Nur die Headline bitte etwas weniger direkt. Die These etwas ausgewogener. Und beim Creator hätten wir gerne jemanden, den alle kennen.“
Ein fiktives Freigabefeedback. Mit einem realistischen Ergebnis: Die Kampagne geht live. Alle können mit ihr leben. Aber welchen Grund hat das Publikum, sich mit ihr zu beschäftigen?
Mutig im Briefing. Ängstlich in der Freigabe. So wird aus einer starken Idee ein netter Post.
Für Marken ist das eine wirtschaftliche Frage. Schließlich fließen auch in eine austauschbare Kampagne Strategiezeit, Produktionskosten, Creator-Honorare und interne Ressourcen.
Wie eine Idee ihre Wirkung verliert
Jede einzelne Korrektur lässt sich meist gut begründen. Problematisch wird es, wenn dabei Schritt für Schritt genau das verschwindet, was die Idee interessant gemacht hat.
Die klare Position wird zur allgemeinen Aussage. Der überraschende Einstieg zur Produktbeschreibung. Aus der persönlichen Creator-Perspektive wird ein auswendig gelerntes Markenbriefing.
Am Ende steht ein Inhalt, den auch drei Wettbewerber veröffentlichen könnten. Nur mit einem anderen Logo.
Unser Maßstab als PR- und Influencer-Agentur lautet deshalb: Was bleibt nach der Freigabe übrig, das für Menschen außerhalb des Unternehmens relevant ist?
Redaktionen brauchen einen Anlass. Creator eine eigene Stimme.
Eine Redaktion entscheidet unabhängig, ob ein Thema eine Geschichte wert ist. Begeisterung für das eigene Produkt reicht dafür nicht. Es braucht beispielsweise einen neuen Blickwinkel, eine belastbare Erkenntnis oder eine Entwicklung, die das Publikum betrifft.
Bei Influencer-Kooperationen stellt sich eine ähnliche Frage: Warum passt diese Geschichte zu dieser Person? Wenn Wortwahl, Dramaturgie und persönliche Einschätzung vollständig vorgegeben sind, wird genau die Perspektive eingeschränkt, für die man den Creator ausgewählt hat.
Eine gute Strategie muss deshalb bis in die Umsetzung reichen. Sie legt fest, welche Botschaft ankommen soll, welche Fakten stimmen müssen und wo redaktioneller oder kreativer Spielraum gebraucht wird.
Mut braucht klare Leitplanken
Nicht jede zugespitzte Idee ist eine gute Idee. Sie muss zur Marke passen, ihre Aussagen müssen belegbar sein und mögliche Reaktionen müssen durchdacht werden.
Genau das lässt sich vor der Produktion klären:
- Welche Position kann die Marke glaubwürdig vertreten?
- Was soll die Zielgruppe verstehen, fühlen oder tun?
- Welche Grenzen sind verbindlich?
- Wer entscheidet final – und anhand welcher Kriterien?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, bekommt Feedback eine gemeinsame Grundlage. Dann lässt sich diskutieren, ob eine Änderung die Idee verbessert oder lediglich vertrauter macht.
Was wir bei we love pr übernehmen
Wir entwickeln Positionierungen, PR-Geschichten, Influencer-Konzepte und Markenerlebnisse – und begleiten sie durch die Umsetzung. Dazu gehört für uns, Ideen zu hinterfragen, Entscheidungen zu begründen und auch im Freigabeprozess für ihre Qualität einzustehen.
Wir übersetzen Markenbotschaften in Themen für Medien und Communities. Wir wählen Creator nach ihrer Passung zur Aufgabe aus und entwickeln Briefings, die Orientierung und kreativen Spielraum geben.
Dafür braucht es auf beiden Seiten die Bereitschaft, offen zu diskutieren. Auch über den Satz: „Das haben wir bisher immer anders gemacht.“